Werte sind Worte


Die beiden klassischen Dreiklänge aus der Welt der Werte:

„Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit!“ und „Dem Wahren, dem Guten und Schönen!“

vermittelten, zur gleichen Zeit, einmal diesseits, einmal jenseits des Rheins, einen anderen Wertehorizont. Es sind jeweils nur drei Schlagworte, derselben Epoche, die unterschiedliche Verhältnisse prägten und kommunizierten. Es sind drei Worte, die alles sagen. Wer glaubt dass den weichen Werten keine Bedeutung zukommt, der wird von einem einzigen Blick in die Geschichte eines anderen belehrt. Beide Wertetrios gehören der Hochzeit der Epoche der Aufklärung an, das eine führte die Französische Revolution an, das andere die Deutsche Klassik. Beide signalisierten, auf ihre Weise, den Aufbruch der das europäische Fortschrittsideal bis heute prägt.

Der Wert der Effizienz kommt aktuell, in der allgemeinen Hierarchie der Werte, ganz oben zu stehen. Das Streben nach Effizienz treibt die Digitalisierung und Ökonomisierung aller, aber auch aller, Lebensbereiche an. Gleichzeitig weiß jeder: wer effizient in die falsche Richtung marschiert, marschiert deshalb noch immer in die falsche Richtung. Ein einziger Wert, für sich genommen, kann alles und Nichts bedeuten, er reicht aus, um nach belieben, die gegenwärtige Epoche der Globalisierung hochzuhalten oder zu kritisieren. Sobald ihm allerdings ein zweiter Wert zur Seite gestellt wird, wird diese Beliebigkeit bereits eingeengt. Wenn Effizienz z. B. mit Ästhetik kombiniert wird, kann die Assoziation mit, der Funktionalität einer gut geölten Maschine, aufkommen. Verknüpft mit einem dritten Wert, wie Leichtigkeit, nimmt dieses Wertetrio fahrt auf. Ein Unternehmen, das seine Dienstleistung effizient und nach ästhetischen Gesichtspunkten gestaltet und gleichzeitig Leichtigkeit verkörpert, gewinnt dann, vor allem aus seinem jeweiligen Kontext heraus, eine unverwechselbare Kontur.

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