Davos: Wertewandel oder Pragmatismus?

Markiert der in Davos propagierte Klimaschutz einen Wertewandel in der Wirtschaft oder entspringt er der Erkenntnis dass der Schutz des Klimas ein harter Wirtschaftsfaktor ist? Das ist definitiv die falsche Frage. Denn, je enger sich Pragmatismus und Idealismus paaren, desto besser. Umdenken und umhandeln gehören zum Prozess der anstehenden Veränderung.
Wenn das idealistische Motiv die Elite der Wirtschaft zur nötigen Leidensfähigkeit beflügelt, um ökonomische Schmerzgrenzen zu überwinden und sich dem gravierenden Generationenkonflikt zu stellen – umso besser. Wenn die pragmatische Herangehensweise Wege zur Umsetzung baut und befestigt – was ist daran falsch?

Richard Thaler – Nobelpreis für Wirtschaft

Während Wirtschaftstheoretiker wie Milton Friedmann oder Wirtschaftsethiker wie Hohmann und Suchanek das rationale Prinzip der Gewinnmaximierung propagierten, soll dem nun, laut Juri, durch die Wirtschaftspsychologie etwas entgegengesetzt werden: Der Vordenker, der den Geiz als das psychologische Leitmotiv wirtschaftlichen Entscheidens kürt, erhält 2017 den Nobelpreis für Wirtschaft. Es scheint, als wäre Thorstein Veblens `Theorie der feinen Leute´ oder die beiden Klassiker  von Adam Smith, `Theorie der ethischen Gefühle´ und `Der Wohlstand der Nationen´nie geschrieben worden. Es scheint, jemand will uns, quasi rational, weiß machen, unterkomplexe Modelle, wie Gewinnmaximierung oder Geiz seien tatsächlich die Maßstäbe menschlichen Handelns.